Down Under: Torontos spannende PATH-Welt

Wusstet Ihr, dass Toronto ein Doppelleben besitzt? Neben der immer sichtbaren, quirligen Welt auf den Straßen und in den Nachbarschaften der Stadt, gibt es auch eine spannende Lage darunter – den PATH! Die 30 km lange und weit verflochtene Untergrundpassage ist ein Netz mit hellen Gängen, leckeren Restaurants, Cafés und viel Unterhaltung. Der nette Nebeneffekt für kalte Wintermonate: Es ist schön warm und man kann aus der U-Bahn direkt den PATH erkunden – ganz ohne Minustemperaturen. Und hey, laut dem Guinness-Buch der Rekorde, ist der PATH der längste Untergrund-Shopping-Complex der Welt.

Wo anfangen?

Der PATH verlinkt die U-Bahn und beliebte Plätze wie Royal Bank Plaza, Scotia Plaza oder Richmond Adelaide Centre – und vor allem Toronto-Highights wie die Hockey Hall of Fame, das Ripley’s Aquarium of Canada, Air Canada Centre, Rogers Centre und den CN Tower. Der nördliche Punkt des PATH-Netzwerks ist das Toronto Coach Terminal an Dundas und Bay Street, der südliche Punkt der Waterpark Place am Queens Quay. Die Hauptachsen der Gehwege verlaufen im Allgemeinen parallel zur Yonge Street und Bay Street. Am besten also eine U-Bahn-Station auswählen und dem PATH-Schild folgen. Mit der PATH-Karte kann man dann im Untergrund gemütlich in Richtung nächstes Ziel schlendern – oder einfach die Shops und Cafés erkunden. Ein guter Anfang ist beispielsweise der Brookfield Place an Younge und Front Street. Die beeindruckende Calatrava-Architektur leitet den Weg…vorher aber unbedingt einen Stopp in der Hockey Hall of Fame einlegen.

Kleine PATH-Geschichte

Bereits 1900 baute das Eaton-Kaufhaus einen Tunnel unter der James Street: So konnten die Käufern zwischen dem Eaton-Hauptgeschäft und dem Eaton-Anbau hinter dem Rathaus zu entlanggehen. Dieser erste unterirdische Fußgängerweg Torontos gilt als historischer Vorläufer des heutigen PATH-Netzwerks. Und: Der ursprüngliche Eaton-Tunnel wird immer noch als Teil des PATH-Systems genutzt – das Toronto Eaton Centre ist also auch ein prima Start- oder Endpunkt.

Kaffee, bitte!

Man kann stundenlang den PATH entlang schlendern, strategisch gut verteilte Kaffee-Stopps sind also ratsam. Die Lattes, Croissants und Cookies bei Sam James Coffee Bar (Sun Life Financial Building, King/University) sind immer top! Die Pilot Coffee Roasters (First Canadian Place, King/Bay) locken schon meterweit durch den Duft der frisch gerösteten Bohnen an – der Espresso ist gigantisch. Und wenns zum Kaffee auch ein Snack sein darf: Unbedingt bei Forno Cultura (First Canadian Place, Bay/Adelaide Halt machen, einer der beliebtesten italienischen Bäckereien der Stadt. Fornos knuspriges Sauerteigbrot ist ein Traum – am besten also auf dem Weg nach Hause ein frisch gebackenes Brot mitnehmen.

Dinner: von edel bis lässig

Die kanadisch angehauchten internationalen Gerichte bei Bymark sind deftig und gleichzeitig elegant. Schön für ein Tete-a-Tete, aber auch Businessleute treffen sich hier gern für Geschäftsessen. Klassisch ist ein Aviation Cocktail zum Start des Abends. Danach vielleicht ein Steak Tartar, das hier mit einem tunesischen Twist mit Harissa serviert wird. Bekannt ist das Restaurant vor allem für seine Wildgerichte und die treffsicheren Empfehlungen des Sommelier. Im Katana zaubert Chefkoch Nolbert Dagondon (ehemals Kasa Moto) nicht nur außergewöhnliche Sushi- und Sashimi-Gerichte, sondern auch asiatische Klassiker. Der miso-marinierte schwarze Kabeljau ist ein Gedicht, die Short Rips sind so zart, dass sie schon beim Hinschauen vom Knochen fallen.

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Snack-Attack

Die Saks Food Hall ist der beste Ort im PATH-Netzwerk, für den Snack-to-go. Das stylische Kulinarik-Zentrum wird von Pusateris betrieben und fährt von Sandwiches bis Champagner alles auf. Für ein gesundes Frühstück und Smoothies empfiehlt sich die Joghurt-Bar, im Café kann man Kräfte auftanken und dank Pukka gibt es auch indische Genüsse. Ebenfalls im Angebot: Pizza, Sushi und Backwaren. Wer für zu Hause einkaufen möchte: Ein Metzger, eine Käsetheke und ein kleiner Supermarkt sind Teil der Food Hall.

Für Naschkatzen: Nadège

Der rosa Verwöhnpalast Nadège befindet sich unterhalb des Richmond Adelaide Centre. An den Glaskästen mit den bunten Leckereien kann man nur schwer vorbeigehen. Warum auch? Der Cassis-Mont-Blanc-Kuchen ist sagenhaft gut, die Macarons legendär. Wer es schlichter mag: Auch die Schokoladen-Croissants sind herrlich.

Versteckte Bar: Speakeasy 21

Den Eingang zu Speakeasy 21 erkennt man an den hoch gestapelten Vintage-Koffer vor der Tür. Die Treppe nach oben führt zu einer quirligen Bar mit perfekten Drinks für den Feierabendcocktail mit kleinen Häppchen. Besonders gut ist der Paper Plane oder ein Japanese White Negroni. Dazu knusprige Käsebällchen mit hausgemachter scharfer Soße. Wers ruhiger mag: Nach 19 Uhr ebbt die Happy-Hour-Menge ab und das Restaurant schwenkt zu einer intimeren Atmosphäre um.