Torontos Oper – von der klassischen Arie bis zur coolen Party

Four Seasons Centre for the Performing Arts in Toronto. Foto: Sam Javanrouh

Liebe, Tragik, große Stimmen: Torontos Opernhaus bringt in diesem Jahr wieder die volle Dramatik emotionaler Arien und leidenschaftlicher Duette auf die Bühne des schicken Glasbaus an Queen Street. Wer in den nächsten Monaten einen Trip in die Metropole plant, sollte einen Blick in das Programm werfen, denn die Oper zaubert nicht nur Klassikmomente sondern auch einige coole Parties und Events in den Kalender der Stadt. Das sind die Highlights:

 

17 Mai – Operanation: Into the Stars

Der Partyfrühling startet im Opernhaus mit einer guten Brise römisch-griechischer Dramatik – und vor allem viel Glamour! Operanation: Into the Stars verbindet am Donnerstag, 17. Mai, ab 21 Uhr Cocktails, Party und Performance zu einem Gala-Event für Kunstbegeisterte und Operninteressierte. Passend zum Thema “Into the Stars” wird das funkelnde Four Seasons Centre für darstellende Kunst in eine antike römische Feierhalle verwandelt – inspiriert von der bevorstehenden Weltpremiere von Rufus Wainwrights Hadrian.

Headliner des diesjährigen Operanation-Events ist das Elektro-Pop-Duo Brave Shores, die gemeinsam mit jungen Opernstars des COC Ensemble Studio auf der Bühne stehen werden. Die Geschwister Jay und Stefanie McCarrol aus Toronto sind vor allem für ihren Hit “Never Come Down” bekannt.

Operanation will aber vor allem Grenzen durchbrechen und künstlerische Disziplinen vereinen – wie mit der Vorstellungen des Dichters Fan Wu und der Tänzerin Brandy Leary. Die Illustratorin und Wandmalerin Madison Van Rijn wird zudem die Glaswände des Opernhauses mit Kunst verzieren. Operanation ist eine gemeinnützige Initiative, deren Erlös zu 100 Prozent an das COC Ensemble Studio geht, dem führenden Ausbildungsprogramm junger kanadischer Opernkünstler.

Opernprogramm Mai 2018

Wer seine Toronto-Reise für die nächsten Monate bereits gebucht hat: Das Opernprogramm ist gut gefüllt. Bis zum 19. Mai wird Robert Lepages „The Nightingale and other short Fables“ aufgeführt. Die Mischung aus Grafik, elegantem Puppenspiel und emotionalem Geschichtenerzählen vereint das Beste von Strawinsky – und ist für alle Altersgruppen geeignet. Bis zum 28. Mai ist zudem die tragische Geschichte von Anne Boleyn, der zweiten Frau von Heinrich VIII, auf dem Kalender. Boleyn (Sondra Radvanovsky) kämpft in der aufwändigen Inszenierung um ihre Ehre und ihr Leben. Am 25. Mai stehen die Künstler des COC Ensemble Studio in Begleitung von Johannes Debus und dem COC Orchestra mit Highlights aus Mozarts Così fan tutte und Purcells Dido und Aeneas auf der Bühne.

Free Concert Series

Die Free Concert Series im Richard Bradshaw Amphitheater ist ein kostenloser Event mit Torontos schöner Stadt-Kulisse im Hintergrund. Bis Mai (22, 23, 24, 29, 31) und ab September spielen und singen etablierte wie aufstrebende Künstler ein vielseitiges Repertoire an Klassik, Welt-, Jazz- und Kammermusik.

Liebe & Dramatik: die Saison 2018/2019

Die Saison 2018/2019 der Canadian Opera Company startet dann im September mit einem Bang: Tschaikowskys Opern-Meisterwerk Eugen Onegin, dicht gefolgt von der Weltpremiere von Hadrian, einer Oper des Komponisten Rufus Wainwright und des Librettisten Daniel MacIvor. Wer eine Toronto-Reise für den Herbst plant, sollte sich zeitig um Konzerttickets kümmern.

Mit Spannung erwartet wird nämlich auch das COC-Debüt der internationalen Opernstars Thomas Hampson und Karita Mattila. Hadrians Premiere ist ein Meilenstein für das Opernhaus, da es die erste Auftrags-Weltpremiere auf der Bühne des Four Seasons Centre sein wird. Der kanadische Sänger, Songwriter und Komponist Rufus Wainwright wurde 2013 damit beauftragt. Er selbst sagt: „Hadrian war die erste Oper, die ich komponieren wollte. Als ich die Geschichte entdeckt habe, wollte ich das historische Thema in eine Oper verwandeln.“

Betty Allison, Susan Bullock als Elektra, und Ewa Podles in Elektra. Foto: Michael Cooper

Auch in der neuen Saison werden internationale Größen auf der Bühne in Toronto stehen, darunter: Christine Goerke in der Titelrolle von Elektra, Erin Wall, Susan Bullock und Michael Schade, die ihr Debüt als Chrysothemis, Klytämnestra bzw. Aegisth geben; Russell Thomas, Gerald Finley und Tamara Wilson, die zum ersten Mal in einer Inszenierung von Otello auftreten; Ben Heppner in der Cameo-Rolle von Dinarchus in Hadrian; Russell Braun, sein Rollendebüt als Don Alfonso, und Tracy Dahl in Così fan tutte; und Bassbariton Gordon Bintner in seinem Rollendebüt in Eugen Onegin, zusammen mit Joyce El-Khoury, Varduhi Abrahamyan und Joseph Kaiser. Sechs renommierte Regisseure kehren auch in dieser Saison zum COC zurück: David Alden, John Caird, Robert Carsen, Atom Egoyan, Peter Hinton und James Robinson.

Four Seasons Centre for the Performing Arts, Foto: Tim Griffith