Das MOCA ist zurück!

Lange hat es gedauert, aber am 22. September ist es endlich soweit: Torontos Museum of Contemporary Art öffnet seine Türen! Das MOCA, das 2015 an seiner letzten Location auf Queen Street West die Türen schloss, hat im Tower Automotive, einem der Wahrzeichen der Stadt, ein neues Zuhause gefunden. Die ehemalige Autoteilefabrik, die bei bei ihrer Eröffnung 1919 zu einem der höchsten Gebäude Torontos gehört hat, schoss 2006 ihre Türen und wurde jahrelang vergessen – bis jetzt. Noch schöner ist es, dass das MOCA mitten in der Junction Neighborhood liegt, einem der derzeit spannendsten und aufstrebendsten Stadtteile.

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MOCA after hours. Captured by our evening crew.

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Kreative, Künstler und Designer haben sich hier bereits vor Jahren in der Junction angesiedelt – eher gezwungener Maßen, da Toronto im Westen immer teurer und exklusiver wurde. Die Mieten stiegen auch in einst günstigeren Gegenden wie West Queen West oder Parkdale mächtig, viele müssten mit ihren Ateliers und Studios in neue, noch erschwingliche Gegenden umziehen. Heute ist das eklektische Viertel ein Hub für lässige Hipster, Kunstfreunde und alle, die eine noch etwas rohe und vibrierende Gegend der Metropole kennenlernen wollen. Längst sind Restaurants und kleine Shops den Künstlern gefolgt, es gibt also einiges zu tun und zu entdecken im Nordwesten von Queen Street.

The Junction hat einen wunderbar authentischen Charme, der sich in Toronto nicht mehr oft findet. Vor allem Sterling Road ist eine herrlich unprätentiöse lange Straße mit kleinen Lädchen und vielen roten Backsteinhäusern. Die Gegend hat einen gewissen Kleinstadt-Flair – der kommt nicht von Ungefähr, immerhin war das Viertel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine unabhängige Stadt. Woher der Name kommt? Weil sich hier vier Bahnlinien kreuzen und eben eine Gabelung (Junction) bilden.

In den Anfangszeiten nahmen Alkoholismus und Vandalismus zu und The Junction wurde lange Jahre zu einer berühmt berüchtigten Gegend, die man lieber meiden sollte. Man versuchte das Problem durch ein fast hundert Jahre andauerndes Alkoholverbot zu beseitigen.

Heute ist von den Prohibitionszeiten gar nichts mehr zu spüren in der Junction! Ganz im Gegenteil. Viele Microbreweries haben sich diese Ecke für ihre Braukunst ausgesucht. Allen voran die Henderson Brewery, die sich ähnlich wie das MOCA ein altes Fabrikgebäude ausgesucht hat. Und die Brauerei ist in bester Gesellschaft: Nachbarn ist das neue Drake Commissary, ein fantastisches kulinarisches Outpost des beliebten Drake Hotels. Die Mischung aus Bäckerei und Restaurant, buntem Vintage-Stil und coolen Accessoires trifft den Stil der Nachbarschaft 100 Prozent. Und: Das Drake Commissary auf der gleichen Straße wie MOCA.

Direkt neben kann man in die kanadische Literaturwelt eintauchen. Der Verlag House of Anansi Press wurde 1967 von den Autoren Dennis Lee und Dave Godfrey gegründet. Das Unternehmen hat sich auf neue kanadische Autoren spezialisiert und hat unter anderem Werke von Margaret Atwood, Matt Cohen, Michael Ondaatje, Paulette Jiles und Northrop Frye veröffentlicht.

Wer zum Brunch in die Junction kommt, sollte im House of Common vorbei schauen. Das entspannte Restaurant serviert Frühstück, Brunch und leichte Mittagessen – alles mit lokalen Zutaten. Nett shoppen kann man in dieser Gegend zudem! Simply Beautiful beispielsweise vereint Kollektionen von lokalen Kunsthandwerkern und Designern. Brillen, Mode, Glaswaren, im ganz und gar nicht alltäglichen Stil.

MOCA – Museum für zeitgenössische Kunst von Toronto; 158 Sterling Street

Am besten erreicht man The Junction mit der Dundas Streetcar. Parken kann man vor dem Drake Commisionary.

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